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 Diabetikerprogramm DMP (Disease-Management-Programme)

Hintergrund:
Da in den letzten Jahren immer mehr junge und gesunde Versicherte in neue und billige Krankenkasse wechselten, blieben bei den alten Krankenkassen wie AOK, Barmer oder DAK vor allem die lteren, kranken und daher kostenintensiven Patienten. Die Folge war, dass diese alten Kassen ihre Beitrge laufend weiter erhhen mussten, was wiederum noch mehr Gesunde veranlasste, aufgrund der  steigenden Beitrge zu den Billigkassen zu wechseln.  
Um diesen vllig unsozialen Wettbewerb zu bremsen, wurde ein so genannter Risikostrukturausgleich gebildet, der die jungen Kassen zwang, sich an der Finanzierung der lteren Krankenkassen mit deren hohen Krankenstand mitbeteiligen. 
Eigentlich  ist sowieso widersinnig, bei einer umlagefinanzierten Solidarversicherung derartigen Wettbewerb zuzulasse, da dies zu Lasten der Kranken gehen muss!!!

Damit die chronisch Kranken trotzdem nicht nur als unerwnschte Kostenfaktoren angesehen werden, beschloss das Bundesgesundheitsministerium, fr die Betreuung von vier auserwhlten wichtigen Volkskrankheiten  ( u.a.. Diabetes mellitus, Brustkrebs und Bluthochdruck )ein besonderes Programm aufzusetzen, das die Betreuung dieser Krankheiten auch fr die Krankenkassen finanziell attraktiv macht Sie erhalten nmlich aus dem Risikostrukturausgleich eine sehr hohe Summe pro eingeschriebenen Patienten (ca. 5.000 Euro pro Jahr!).

Ein weiterer Skandal ist die Tatsache, dass die neue Zentralstelle zur Kontrolle von Patienten und rzten pro Jahr etwa fnf mal so viel wie der Hausarzt fr jeden teilnehmenden Patienten erhlt!

Es bleibt abzuwarten, was aus diesen ungeheuer aufwendigen Programmen wird, wenn in 2 Jahren, wie vorgesehen, der Risikostrukturausgleich mit den 5.000 € pro Chronikerprogramm abgeschafft wird. Vielleicht rudern  dann die Kassen mit Volldampf zurck und versuchen mglichst viele Patienten aus diesen kostentrchtigen Programmen wieder hinauszulotsen ??

Folgen des  Programms:
Bei diesen vier recht gut untersuchten und klar von anderen Krankheiten abgrenzbaren Leiden wird eine den verschiedenen Stadien der Krankheit entsprechende Diagnostik und vor allem auch Therapie vorgeschrieben.
Ziel der Therapie ist es, im wesentlichen nur Medikamente zu verwenden, die aus langjhrigen  Untersuchungen klar belegbare Wirkungen und wenig Nebenwirkungen haben.

Dies klingt gut, muss jedoch hinterfragt werden. Gut belegte Therapien sind nmlich ausschlielich Therapien, die es seit vielen Jahren gibt.  ber neuere und womglich bessere Therapien gibt es logischerweise noch nicht sehr viele Studien. Das bedeutet, das zwar sichere Therapien vorgeschlagen werden, mglicherweise viel bessere neuere Therapien aber nicht angewandt werden drfen. Fr die Kassen hat dies den Vorzug, dass die alten Standardtherapien natrlich viel billiger sind als neue Medikamente, die noch dem Patentschutz unterliegen und sehr viel teurer sind.  

Insgesamt wird auf diese Weise die Qualitt der Therapie nivelliert: Manche bisher nachlssig oder nicht nach modernen Richtlinien behandelte Patienten erfahren dadurch eine eindeutig bessere Therapie, andere Patienten wiederum, die von neuen und teueren Medikamenten profitieren, sollen diese hingegen eher nicht mehr erhalten.

 Weiter werden dabei  Gesundheitsdaten an ein von den Krankenkassen finanziertes Call-Center weitergegeben, in dem von den Kassen beauftragte rzte und andere Angestellte sitzen, die die Therapie in Bezug auf Qualitt von seitens des Arztes und korrekte Durchfhrung von Seite der Patienten  berprfen und kontrollieren.  Vertraulichkeit wird zugesagt:  die Mitarbeiter dieser Datnverabeitungsstellen unterliegen  auch der rztlichen Schweigepflicht.

Bewertung:
Der Eintrag in ein derartiges Programm ist noch freiwillig, freut ihre Kasse aus den o. g. finanziellen  Grnden natrlich ungemein, was manche Kassen fast  zu einer Art Telefonterror verleitet oder besser zwingt- siehe die 5.000 € angesichts der katastrophalen finanziellen Situation. Noch darf jederzeit wieder ausgetreten werden.

Insgsamt wurden diese Programme auf die  Schnelle entwickelt, sind aber inzwischen deutlich verbessert und einigermaen praktikabel.

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Freitag, 12. Juni 2020

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